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Veröffentlicht am 23.09.2012 | von Marco Büttner

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[Interview] Pierre Kretschmar von SciDev

SciDev zählt zu den populärsten Entwickler im Bereich bada und das sowohl im In- als auch im Ausland. Mit Produkten wie der LiveClock PRO oder auch dem SamsungAppsReader hat sich das Berliner Studio einen Namen in der kleinen bada-Gemeinschaft gemacht. Auf Grund ihrer starken Präzens innerhalb der Community haben wir uns mit Pierre Kretschmar von SciDev in Berlin zu einem kleinen Talk getroffen und sprachen über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Berliner.

Badaget: Pierre was sind Ihre Aufgaben bei SciDev als technischer Verantwortlicher?
Pierre Kretschmar: Mein Aufgabenbereich ist riesig. Es gibt keine klare Grenzen, dafür haben wir einfach nicht die Kapazitäten – neudeutsch Manpower. Daher reichen meine Aufgaben vom technischen Support, über Backend-Entwicklungen für unsere Dienste sowie Anwendungen bis hin zur Hardware-Infrastruktur.

Mit Steve hat ein wichtiger Bestandteil gehen müssen. Wie stark wirkt sich das aus?
Steve war für uns unglaublich wichtig. Seine Aufgaben hat hauptsächlich Marco übernommen. Sein Verlust ist merkbar, aber nicht dramatisch. Es dauert jetzt einiges etwas länger.

Noch immer sind einige angekündigte Produkte nicht verfügbar wie z.b. Google+ Client, oder die Minus-App? Wie sieht dort der Status aus?
Ja, dass ist auch für uns selbst einfach. Fast täglich kommen dazu Anfragen. Beide Apps tragen nach wie vor den Status “Under Development”. Beim G+ Client warten wir eigentlich nur auf die Write-APIs. So lange Google diese aber nicht freigibt für Dritte, sehen wir kein Sinn diese zur veröffentlichen.
Bei Minus sieht es anders aus, wir haben am Anfang relative schnelle und große Fortschritte gemacht und gedacht so geht es weiter. Leider hatten wir gegen Ende ziemlich mit Limitierungen seitens Systems und einigen technischen Problemen zukämpfen, die uns teilweise massiv nach hintengeworfen haben. Auch die Kommunikation zum Minus-Team schleift etwas, was uns eine weiterentwickeln zusätzlich erschwert. Derzeit planen wir bei der Minus-App ein Release für das 4. Quartal.

Anfang September wurde mit SMS|ER ein weitere Anwendungen vorgestellt. Wie verläuft die Entwicklung dort?
Beim SMS|ER sind wir zuversichtlich was die Entwicklung angeht. Wir haben bereits die ersten RC erstellt und sind bisher sehr zufrieden. Der Release ist wie so oft auch abhängig von Samsung. Unser Ziel ist es die App bis 30. September bei SamsungApps einzureichen. Alles andere hängt dann hoffentlich von Samsung ab.

Wen sprecht ihr mit den SMS|ER an?
Vorrangig Leute die natürlich häufig gleiche oder ähnliche Textphrasen benutzen wollen und diese unkompliziert nutzen möchten. Ich denke aber auch, dass Leute die nur gelegentlich mal eine Kurznachricht verschicken die Vorzüge vom SMS|ER lieben werden.

Kann man schon zum Preis was sagen?
Obwohl wir damit sicherlich eine Marktlücke bedienen, werden wir hier preislich keine Experimente durchführen und daher an unser bisherigen Konzept festhalten.

Samsung achtet nun vermehrt auf Copyright-Verletzungen, auch ihr habt mit einigen Produkten damit zu kämpfen. Wie geht ihr in solchen Fällen vor und wie wollt ihr es in Zukunft vermeiden?
Das ist richtig, derzeit achtet Samsung stärker als je zu vor darauf. Nicht zuletzt auch wegen der Klagewelle gegen das Samsung.
Wir selbst haben aktuell damit bei den Produkten badaget und SamsungAppsReader zu kämpfen. Die badaget-App wurde jetzt auf Grund zugedrückter Hühneraugen “genehmigt”, allerdings wurde uns nahe gelegt das Logo und den Font für den Schriftzug “badaget” zu ändern. Wir stehen eng im Kontakt mit Andreas und arbeiten an einer Lösung.
Beim SamsungAppsReader werden wohl einen anderen Weg einschlagen. Hier wird es wohl zu einer Namensänderungen kommen, so dass auch dann Nutzer mit den kleineren Waves die App nutzen können. Wie der neue Produktname lauten wird gegenwärtig geklärt.

Ihr seid bekannt für euren offenen Umgang mit der Community über aktuelle Geschehnisse in der bada-Welt aber auch intern. Ist das ein Geheimnis eures Erfolges?
Ich denke schon, dass das ein Teil dazu beiträgt. Ich finde einen offenen und ehrlichen Kontakt sehr wichtig, auch wenn die Öffentlichkeitsarbeit vorrangig von Marco und Nicolas vorangetrieben wird. Die beiden machen hinsichtlich Community-Arbeit einen hervorrangenden Job. Ich bin da weniger “freizügig”, wobei ich dank den beiden schon offener geworden bin. Uns war es von Anfang an wichtig offen mit unseren Konzepten umzugeben.
Uns ist auch die Zusammenarbeit mit der Community über diverse Stationen enorm wichtig, mittlerweile ist doch die ganze bada-Entwickler-Szene eher eine große Familie – besonders in Deutschland.

Was glaubst du wie wird die Zukunft von bada sich gestalten?
Schwierige Frage. Derzeit ist in Sachen Zukunft von bada so ziemlich alles offen. Es gibt Gerüchte hier und da. Aber so lange kein Dementi seitens Samsung kommt, glaube ich das es weitergeht. Persönlich würde es mich sehr freuen, da ich die Plattform schon ziemlich liebgewonnen habe.

Du kamst ja ursprünglich aus der Android-Entwicklung, wie schwer war der Umstieg?
Eigentlich gar nicht so schwer. Für bada zu entwicklen ist meiner Meinung wesentlich einfacher als auf anderen Plattformen, leider bietet bada ab und an einen zu wenig oder blockiert sich selbst durch dumme Bugs – besonders bei WebApps.

Ein Prima Stichwort: WebApps. Ihr habt vor kurzem euch offiziell zu euren weiteren Schritten in der Zukunft geäußert, bei der vor allem WebApps eine größere Bedeutung spielen werden. Es wurde unter anderem interpretiert, dass ihr euch aus der Entwicklung für bada zurückzieht. Ist diese Annahme gerechtfertigt?
Nein. Definitiv wird bada auch in Zukunft von uns unterstützt. Wie lange ist u.a. abhängig wie die Zukunft von bada bei Samsung aussieht. Wir haben aber bereits vor einiger Zeit via Twitter verlauten lassen, dass wir bada definitiv bis Mitte 2013 unterstützen werden. Wie lange danach ist wie gesagt abhängig von Samsung.
Die Entscheidung ist eher daraus entstanden, dass wir unsere Produkte leichter und schnell auf mehrern Plattformen verfügbar machen wollen. Mit nativen Apps müssten wir fast überall immer wieder bei Null anfangen. WebApps hingegen geben uns die Möglichkeit vieles nur noch einmal zu schreiben und an die jeweilige UI des Systems anzupassen. Wir haben einen Expansionsplan ja schon lange in Aussicht gestellt, nun wird es mit den WebApps wohl wesentlich schneller gehen diesen zu verwirklichen. Uns Ziel ist es bis Mitte 2013 auf den Plattformen bada, Windows Phone, Tizen, Android und iOS unsere Produkte anzubieten.

Gibt es schon Pläne welche Anwendungen verfügbar sein sollen?
Am liebsten wären uns natürlich alle, aber das ist immer auch abhängig davon was gibt es schon und wo kann man vielleicht sich gegenüber Konkurrenzprodukten absetzen. Wir werden also den Markt beobachten und entsprechenden reagieren. Unter anderem haben z.B. die Minus-App parallel schon in Tizen entwickelt, sobald das Windows Phone 8 SDK verfügbar ist, werden wir auch dafür die Version in Angriff nehmen.

Seit einiger Zeit gibt es auch Gerüchte ihr wollt einen eigenen Store aufzuziehen, was ist an diesem Gerücht dran?
Wir haben diverse Testprojekte, u.a. auch ein Store auf Basis von PassBy. Allerdings gibt es hier nicht wirklich etwas handfestes. Wir haben immer wieder Überlegungen dazu, besonders wenn Samsung mit seinen Rejects die Nerven strapaziert. Dann wird sich etwas intensiver mit dieser Idee beschäftigt. Aktuell und auch zukünftigt, wird es aber wohl nichts öffentliches dazu geben. Außerdem fehlt uns dazu auch die nötige Infrastruktur und weitere Ressourcen.

Via Quelle


Über den Autor

Co-Autor von badaget.de | Twitter @SciDev_ | Entwickler bei http://www.scidev.eu


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